Unterstützung für Frauen in Krisen

Veröffentlicht am: 01.04.2021

Andrea Zamara, Leiterin der Frauenberatungsstelle
 

Sie engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität von Frauen und setzt sich für ihre private, berufliche und gesellschaftliche Gleichstellung ein - die Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen im Rhein-Erft-Kreis e.V.“ aus Kerpen. Das Team bietet Beratung und Unterstützung zu unterschiedlichen Themen an - von alltäglichen Herausforderungen über Lebenskrisen bis hin zu allgemeinen Lebensfragen. Manche Frauen finden in einem einmaligen Gespräch Antworten auf ihre Fragen, andere werden über einen längeren Zeitraum begleitet, stets mit dem Ziel, dass sie ihren eigenen, selbstbestimmten Weg gehen. Seit Anfang des Jahres bietet die Frauenberatungsstelle in Kooperation mit der Stadt Bedburg einmal im Monat eine Beratung im zentralen Rathaus in Kaster an. Welche Herausforderungen es für das Team gibt und wie sich die Arbeit in der Corona-Pandemie verändert hat, hat Andrea Zamara, Dipl.-Sozialarbeiterin und Leiterin der Einrichtung, den Bedburger Nachrichten erzählt.

    
   
    
   
Bedburger Nachrichten (BN): Warum ist es für die Bedburger Frauen wichtig, dass es ein Beratungsangebot in der Stadt gibt?

      
Andrea Zamara (AZ): Vor allem im ländlichen Raum, wie im Rhein-Erft-Kreis, kann es ein Hindernis sein, den Weg zu uns nach Kerpen-Horrem zu finden. Das neue niederschwellige Angebot, das durch Initiative der Stadt Bedburg entstanden ist, erleichtert Bedburgerinnen den Zugang zur Beratung enorm und ermöglicht eine direkte, praktische Hilfe vor Ort.
   
   
BN: Was sind besondere Herausforderungen in Ihrer Arbeit?

   
AZ: Die größte ist die Themenvielfalt. Verschiedene Frauen können sich innerhalb eines Tages mit ganz unterschiedlichen Anliegen an uns wenden: Fragen zu Anträgen, psychische Belastungen wie depressive Verstimmungen, Konflikte in der Familie oder auch akuter Beratungsbedarf bei Trennungen, Scheidungen sowie häuslicher Gewalt. Um dem individuellen Bedarf begegnen zu können, arbeiten wir als multiprofessionelles Team, bestehend aus einer Psychologin und drei Sozialarbeiterinnen mit zusätzlichen Qualifikationen in systemischer Therapie und interkulturellem Coaching. Gemeinsam wollen wir die Frauen darin unterstützen, sich ihrer Ressourcen bewusst zu werden, um diese wieder zu aktivieren.
   

BN: Wie läuft die Beratung derzeit ab?
   

AZ: Sie dauert in der Regel 45 Minuten, ist kostenfrei und auf Wunsch anonym. Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Gespräche zurzeit überwiegend telefonisch statt. Wir sind aber bemüht, diese unter Einhaltung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen bald wieder persönlich durchführen zu können. Ein Termin kann bei uns per Telefon oder E-Mail vereinbart werden. Steht dieser, meldet sich die Beraterin dann telefonisch bei der ratsuchenden Frau.
    
   
BN: Hat sich der Beratungsbedarf während der Pandemie geändert?
   

    
AZ: Zurzeit wenden sich viele Frauen an uns, die unter den Bedingungen der Corona-Pandemie leiden. Dabei sind oftmals Verunsicherungen, Ängste sowie psychische Belastungen Thema. Konflikte und Gewalt in Beziehungen nehmen nach wie vor einen großen Raum in den Beratungen ein. Die Gespräche drehen sich auch um Gewalt mittels digitaler Medien, den Verlust der Arbeitsstelle und finanzielle Sorgen, Unsicherheiten beim Homeschooling, Ungeduld und Schwierigkeiten im Umgang mit Kindern oder Einsamkeit.
   
BN: Was möchten Sie denen sagen, die noch zögern, Ihr Angebot in Anspruch zu nehmen?
   

      
AZ: Wir möchten Frauen einladen und ermutigen, sich mit ihren Fragen und Anliegen bei uns zu melden. Der Schritt, sich Rat zu holen, ist für viele nicht einfach und doch sagen die Frauen oft, dass sie froh sind, ihn gegangen zu sein. Die Gespräche mit uns sind freiwillig und vertraulich. Ziel unserer Arbeit ist es, individuell zu unterstützen, eigene Stärken zu nutzen und Lösungen zu entwickeln. Für uns sind die Frauen selbst Expertinnen ihres eigenen Lebens und darin wollen wir sie unterstützen.

   
   

Die Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen im Rhein-Erft-Kreis e.V.“ ist montags bis freitags von 8:30 bis 12:30 Uhr telefonisch unter 02273 / 98 15 11 erreichbar. Beratungsanfragen können zudem per E-Mail an Kontakt@Frauenberatungsstelle-Kerpen.de gestellt werden.

Zusätzlich können Frauen auch an Veranstaltungen (Themen- und Gruppenangebote, Tagesseminare) eines halbjährlich wechselnden Programms, das unter www.frauenberatungsstelle-kerpen.de einsehbar ist, teilnehmen.
   

Frauenberatungsstelle Flyer vorne Frauenberatungsstelle Flyer hinten
   

     
  

 
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