Video-Podcast von Bürgermeister Sascha Solbach


Donnerstag, 8. April 2021: Zahlen in Bedburg ok, im Kreis hoch und eine sensationelle Entscheidung aus Düsseldorf ... nicht: Distanzunterricht ab Montag
      
Ich bitte Sie, den heutigen Post einfach als persönlichen Kommentar zu werten:
 
Liebe Bedburger*innen,
   
die Zahl des Tages für die Stadt Bedburg ist die „38“ - unsere 7-Tages-Inzidenz liegt mit 93 immer noch knapp unter 100.
Im Rhein-Erft-Kreis liegt die Inzidenz innerhalb einer Woche bei einem Wert von 147,5 - das ist immer noch deutlich zu hoch. Neben einigen Ausbrüchen in sogenannten Gemeinschaftsunterkünften zeigt sich immer noch ein diffuses Infektionsgeschehen - das bedeutet, dass es keine besonderen Infektionshotspots gibt, sondern, dass Infektionen in allen Städten quasi überall auftreten. Daher gilt weiterhin die Coronanotbremse im Kreis - Einkäufe sind nur mit tagesaktuellem Testergebnis möglich - Ausnahmen bilden natürlich weiterhin der Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien etc.
   
Gerade eben frisch eingetroffen ist die Meldung, dass NRW die Schüler*innen am Montag erneut in den Distanzunterricht schicken wird … das muss ein Witz sein. Seit Wochen wurde die Zeit nach den Osterferien vorbereitet und seit Wochen ist klar, dass massiv getestet werden muss, damit das Schulleben einigermaßen normal ablaufen kann. Angebote aus den Kommunen - wie von uns - werden zurückgewiesen und stattdessen gibt es großspurige Ankündigungen von Selbsttestlieferungen für alle Schulen - dann sagt die Spedition „Sorry“ und die Tests kommen nicht rechtzeitig in allen Schulen an.
   
Schulministerin Gebauer stellt sich hin und erklärt, dass sie auf die „neue Infektionslage“ reagieren müsse. Es seien nun deutlich mehr junge Menschen durch die Mutationen von COVID-19 betroffen. Ich musste kurz schlucken, denn das ist wirklich nicht erst seit heute Nachmittag bekannt. Seit Wochen meldet die Wissenschaft genau das und auch alle Eltern- und Lehrerverbände laufen Sturm. Zwei Tage vor dem Ende der Osterferien kommt es nun auch in Düsseldorf an? Ich komme mir da wirklich verarscht vor. Warum kann man nicht klar sagen: „WIR HABEN ES NICHT HINBEKOMMEN GENÜGEND TESTKAPAZITÄTEN AUFZUBAUEN - ENTSCHULDIGUNG!“
    
Ich wollte eigentlich ein Video aufnehmen, aber das ging heute wirklich nicht …
Seit Monaten versuchen hier alle gemeinsam die Situationen zu meistern. Es nervt uns auch, aber die Ignoranz und fehlende Strategie unserer Landesregierung und insbesondere des Schulministeriums machen es oftmals unerträglich. Bei jedem Vorstoß werden wir ausgebremst. Notfalls gibt es immer die „Totschlagdiskussion“ ums Geld. Was ich damit meine? Wir wollen eigentlich ein eigenes Testzentrum im Schulzentrum aufbauen - aber das geht natürlich gar nicht, sagt die kassenärztliche Vereinigung - Schüler*innen sind nämlich keine Bürger*innen. Oder doch? Denn die Landesregierung sagt, dass Schüler*innen auch mit frischem Bürger*innentest am Präsenzunterricht teilnehmen könnten - ja was denn nun? Der Arzt, der mit uns im vergangenen Jahr das Testzentrum betrieben hat erhielt übrigens für seinen Einsatz in der Mittagspause eine Geldstrafe in Höhe von 3000 € von der kassenärztlichen Vereinigung. Grund? Er hat mehr als der durchschnittliche Arzt getestet … in einer Pandemie … in einer globalen Pandemie! Wir würden gerne flächendeckend "Lollytests" einsetzen. Diese Clustertests sind einfach zu handhaben, testen eine ganze Klasse diskriminierungsfrei, werden aber nicht erstattet ... also wieder Diskussion ums Geld, aber keine Erleichtung vor Ort. Das Schulleben leidet. Bei soviel Bürokratie und Realitätsferne will ich nur noch schreien. Stattdessen schreibe ich heute lieber und sende den Gruß des Tages:
   
Er geht raus an alle Beteiligten am Schulleben: Schüler*innen, Lehrer*innen, Unterstützungkräfte und Eltern - Sie müssen (wie oft habe ich das jetzt schon geschrieben) erneut improvisieren. Wir werden es auch dieses Mal schaffen, aber in der kommenden Woche tagt ja wieder die Ministerpräsident*innenrunde mit der Kanzlerin. Ich nehme an, es kommt ein harter Lockdown … der hätte schon im Januar / Februar kommen sollen, aber da wollten die Ministerpräsidenten (ja, auch unserer) nicht … aber jetzt will er … und es gibt wieder Knatsch und am Ende irgendein Zwischending - so ein weicher harter Lockdown(-chen). Mir tun alle leid, die dieses unentschlossene Handeln (egal in welche Richtung) ausbaden müssen.
   
Politik muss entschieden handeln, muss Strategien entwickeln und diese anwenden und erklären - und zwar so, dass Bürger*innen verstehen, ob sie in den Baumarkt dürfen, in den Schuhladen, oder sonst wo hin, oder auch warum sie das nicht dürfen … gerade versagt die Politik hier aber gewaltig und es ist echt ein mühsames Geschäft, hier vor Ort die Dinge umzusetzen. Etwas mehr Verlässlichkeit, klare Kommunikation und klare Ziele - das wäre jetzt angebracht  … und eine ruhige Hand. Das, was wir hier seit Monaten insbesondere im Schulbereich erleben führt zu einem massiven Vertrauensverlust der Bürger*innen in den Staat - unerträglich.
   
Passen Sie auf sich auf, achten Sie auf Ihre Nachbarn und bleiben Sie gesund.
   
Ihr und Euer
   
Sascha Solbach
Bürgermeister
   
  Bürgermeister Sascha Solbach
 

Hier finden Sie den kompletten Video-Podcast von Bürgermeister Sascha Solbach.

  


  

Regelmäßige Bürgersprechstunde von Bürgermeister Sascha Solbach im Rathaus Kaster

► Wir weisen darauf hin, dass die Bürgersprechstunden aktuell nur telefonisch stattfinden!


Nächste Bürgersprechstunde: 20. April 2021 von 14 bis 16 Uhr

Die nächste Bürgersprechstunde, bei der Bürger*innen ihre Sorgen oder Anregungen in einem Gespräch mit Bürgermeister Sascha Solbach vorbringen können, findet am 20. April 2021 von 14 bis 16 Uhr statt.

Coronabedingt wird diese telefonisch durchgeführt.

„Der beste Weg, um herauszufinden, welche Themen die Menschen in der Stadt bewegen, ist immer der direkte Kontakt. Das Interesse an den Bürgersprechstunden ist sehr groß, aus diesem Grund möchte ich das Angebot erweitern und die Bürgersprechstunde ab Oktober alle drei Wochen anbieten und das Zeitfenster pro Gespräch verlängern. Ich hoffe weiterhin auf reges Interesse seitens der Bürger*innen und freue mich auf gute Gespräche in den kommenden Bürgersprechstunden“, so Bürgermeister Solbach.
 

Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

Interessierte werden darum gebeten, vorab einen Termin mit dem Vorzimmer des Bürgermeisters (02272 402 - 113 / - 116, buergermeister-vz@bedburg.de) zu vereinbaren. Pro Gespräch ist ein Zeitfenster von 20 Minuten vorgesehen.

Über mögliche Terminänderungen informieren wir rechtzeitig in den „Bedburger Nachrichten“ sowie auf unserer Homepage und über Facebook.

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